in uns graben (Duo mit Rebecca Julia Thrum)
Soft Opening: 25. September, 17 Uhr
Neubau 2, Graben, Am Weißenhof 1
Laufzeit: 26.09.- 03.10.2026 Öffnungszeiten: täglich 11-16 Uhr und nach Absprache
Der Titel der Ausstellung in uns graben bezieht sich auf den Namen des Ausstellungsraums: Graben.
Vom Graben als beschützende Architektur, über den archäologischen Vorgang des Ausgrabens hin zum Vergraben von Unerwünschtem.
Mit in uns graben verschiebt sich das Graben auf den menschlichen Körper: nach was können wir in uns graben und worauf stoßen wir?
Im Dialog miteinander erschließen sich zwei Positionen den Raum. Stein ist dabei sowohl zentrales Material als auch inhaltliches Thema der Ausstellung.
Zwischen Verhärtung und Erosion agiert Stein als Träger innerer Widersprüche. Das Material ist anorganisch, zeugt aber durch Ablagerungen von seinen Entstehungsprozessen und Formen organischen Lebens. In den Arbeiten wird Stein zum Körper und andersherum - so werden gesellschaftliche Narrative und Gewicht, das auf ihnen lastet, thematisiert.
Es werden Zugänge zur menschlichen Innenwelt geschaffen, die übersehen und überhört werden: leises Aufeinanderprallen, tiefes Vibrieren und Summen, Rückstände und Spuren von zeitlichen Prozessen, körperliches Einfühlen an weiche und harte Strukturen
zerbechen / trocknen / einsinken /wachsen / aufweichen
Die Ausstellung verändert sich über die Dauer der Ausstellung. Die Besucher*innen sind eingeladen, mit den Arbeiten zu interagieren: anzufassen, hinzuhören, nachzuspüren.
design: nicolai zeiher
KATTERINA LÓPEZ ROSSE G.
STEINE
Nestfrau
Singfrau
Windfrau
Nebelfrau
Baumfrau
Steinfrau
ich bin alt
vergesse nie
Wir Einsamen
waren dort
die Zyklopensteine sahen uns
mit den Füßen über ihre offenen Augen schreiten
ohne Eile
drangen wir
in die anfängliche Dunkelheit ein
frühe Beschwörung der Trauer
unsichtbare Stille stockender Kürze
die Ahninnen wanderten mit uns
sie waren Pilze oder heilige Mädchen
jahrhundertelang bewohnte Wasserfälle
wir streckten Abgrundhände aus
holten von den Palmen herabhängende Wurzeln
langsames Erlernen, wohlriechende Kräuter
Unschuld mit weißen Haaren
warten zwischen zwei Leben
Wiedergeburt
mit dem Gesang der Raben
das nicht gesehene das nicht offensichtliche
neue Türen aufstoßen
Schwefel, Quecksilber, Salz
was wir nicht sind nicht sein werden

– Pauline Oliveros: Quantum Listening: From Practice to Theory (To Practice Practice)
in uns graben (Duo mit Rebecca Julia Thrum)
Soft Opening: 25. September, 17 Uhr
Neubau 2, Graben, Am Weißenhof 1
Laufzeit: 26.09.- 03.10.2026 Öffnungszeiten: täglich 11-16 Uhr und nach Absprache
Der Titel der Ausstellung in uns graben bezieht sich auf den Namen des Ausstellungsraums: Graben.
Vom Graben als beschützende Architektur, über den archäologischen Vorgang des Ausgrabens hin zum Vergraben von Unerwünschtem.
Mit in uns graben verschiebt sich das Graben auf den menschlichen Körper: nach was können wir in uns graben und worauf stoßen wir?
Im Dialog miteinander erschließen sich zwei Positionen den Raum. Stein ist dabei sowohl zentrales Material als auch inhaltliches Thema der Ausstellung.
Zwischen Verhärtung und Erosion agiert Stein als Träger innerer Widersprüche. Das Material ist anorganisch, zeugt aber durch Ablagerungen von seinen Entstehungsprozessen und Formen organischen Lebens. In den Arbeiten wird Stein zum Körper und andersherum - so werden gesellschaftliche Narrative und Gewicht, das auf ihnen lastet, thematisiert.
Es werden Zugänge zur menschlichen Innenwelt geschaffen, die übersehen und überhört werden: leises Aufeinanderprallen, tiefes Vibrieren und Summen, Rückstände und Spuren von zeitlichen Prozessen, körperliches Einfühlen an weiche und harte Strukturen
zerbechen / trocknen / einsinken /wachsen / aufweichen
Die Ausstellung verändert sich über die Dauer der Ausstellung. Die Besucher*innen sind eingeladen, mit den Arbeiten zu interagieren: anzufassen, hinzuhören, nachzuspüren.
KATTERINA LÓPEZ ROSSE G.
STEINE
Nestfrau
Singfrau
Windfrau
Nebelfrau
Baumfrau
Steinfrau
ich bin alt
vergesse nie
Wir Einsamen
waren dort
die Zyklopensteine sahen uns
mit den Füßen über ihre offenen Augen schreiten
ohne Eile
drangen wir
in die anfängliche Dunkelheit ein
frühe Beschwörung der Trauer
unsichtbare Stille stockender Kürze
die Ahninnen wanderten mit uns
sie waren Pilze oder heilige Mädchen
jahrhundertelang bewohnte Wasserfälle
wir streckten Abgrundhände aus
holten von den Palmen herabhängende Wurzeln
langsames Erlernen, wohlriechende Kräuter
Unschuld mit weißen Haaren
warten zwischen zwei Leben
Wiedergeburt
mit dem Gesang der Raben
das nicht gesehene das nicht offensichtliche
neue Türen aufstoßen
Schwefel, Quecksilber, Salz
was wir nicht sind nicht sein werden